Aus Wort wird Bild, Schreiben wird zum Bilden, wird Gegenbild, Einschreibung und Übung, wird „Morphologie“. Seit 1996 ist das Schreiben das Medium für das Schaffen der Bilder. Die Texte sind gleichsam der Motor für das Schreiben. Sie entstammen der Bibel und anderen Schriften. Es entstanden nacheinander drei Werkgruppen, die mit „Gegenbild“, „Einschreibung“ und „Übung“ betitelt sind. Seit 1998 werden einige Texte in Bewegungsformen umgesetzt, die wiederum als Vorlage zur Malerei dienen und als „Morphologie“ bezeichnet werden.

1996
Aus einer schwarz grundierten Glasscheibe oder Plexiglasscheibe wird der Text „herausgeschrieben“.  Glas, Plexiglas, schwarze Öldruckfarbe, Radierstift und Text – hauptsächlich aus der Bibel – sind die Materialien.
Der Titel ist, wie auch in den meisten folgenden Konzepten, die Abkürzung der Konzeptbezeichnung mit der Angabe der Bildbreite mal Bildhöhe.

Gegenbild
G 97/107  Glas,Öldruckfarbe, Apostelgeschichte
97cm x 107cm T.1 2003

1998
– zeitlich begrenzt von 26.4.1998 – 30.4.2002 – 
Auf einer weiß grundierten Holztafel, meist in einem 7er-Maß, ist der Text des Korinther1/13 nach bestimmten eigenen Vorgaben in vier Schichten übereinander „ein-geschrieben“:  Anlage,Verdichtung,Ergänzung,Beendung
Ein Zeitenprotokoll am rechten Rahmen und eine Auslassung in der Schreibfläche dokumentieren die Entstehung. Zusätzlich zu den Holztafeln sind auch Arbeiten auf Papier entstanden.

Einschreibung
E 210/210  Holz, Wandfarbe, Graphit, „Korinther 1/13“
210cm x 210cm 1999-2001

2002
Als Erweiterung der Einschreibung, um die gestalterischen Möglichkeiten weiter herauszuarbeiten entstand die Übung. Bildträger, Farbe, und Schreibwerkzeug sind nach dem gewählten Text verschieden. 

Übung
Ü 140/140  Plexiglas, Tusche „Menschenrechte
140cm x 140cm 05.09.2019

2005
Der Schwerpunkt meiner Arbeit verlagert sich auf eine Zeichnungsform, die ich durch das Übertragen des Textes in eine Bewegungsform erreichen und als eine Art persönliches Schriftzeichen weiterentwickele.Der ersten Versuch zu einer solchen Zeichnung entstand schon 1998. Das Konzept nenne ich Morphologie (M).

  1. Der Text wird aus dem erleben von Struktur, Rhythmus und Bedeutung zeichnerisch in Bewegung, Richtung und Führung umgedeutet.
  1. Sinnzusammenhänge im Text werden zu auf– und absteigenden Bewegungslinien.
  1. Die Linien bilden zusammengesetzt eine geschlossenen Figur.
  1. Durch bewußte und unbewußte Veränderungen in der Linienführung ist die Gestalt der Morphologie einem ständigen Wandel unterworfen.

Bis jetzt sind Formen aus dem „Korinther 1/13“, dem „Vater Unser“ und dem Gedicht „Freudvoll“ von J.W.v. Goethe entstanden.

Entwicklungsskizze Morphologie Korinther 1/13 2020

Wenzel Ziersch, geboren am 19.01.1965 lebt in Holzhausen am Ammersee.

Seit 1996 ist sein Werk in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen.

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